Neuer Freitagstextergewinner, kein Internet und Umzugs-Chaos

Wenn’s Dicke kommt, dann kommt’s Dicke. Dann sucht sich Murphy einen aus und wendet sein unbestechliches Gesetz an. Dieses Mal hat’s mich erwischt. Aber von vorn.

Letzten Montag habe ich den Hüpermensch zum nächsten Freitagstexter gekürt, aber der Mann mit dem überlegenem Ü ist nicht erreichbar, weshalb er nichts von seinem unbeschreiblichen Glück weiß. Entweder ist er in den Ferien oder er muss sich noch ne Tüte Bits kaufen, damit er wieder ins Netz kommt. Jedenfalls steht der Pokal bei mir im Regal und setzt Staub an. Und das ist ja mal gar nicht gut. Was soll denn der Tim von mir denken…

Also habe ich jetzt der Zweitplatzierten, nämlich Fjonka, geschrieben und sie gebeten, den Freitagstexter weiterzuführen. Drauf gebracht, weil von alleine habe ich’s nicht verrissen, hat mich der Kulturflaneur. Vielen Dank dafür. Es braucht halt immer einen, der die Fahne der Kultur nach oben hält.

Ob Fjonka das macht oder nicht, weiß ich noch nicht. Aber ich hoffe es sehr. Gerade eben schrieb mir Fjonka, dass sie das macht, was eine sehr gute Nachricht für mich ist, denn ab morgen entzieht sich das alles und noch viel mehr meinem Einfluss.

Weil, ich ziehe nämlich um und irgendwann morgen kommt der Mensch von meinem Internet- und Telefonanbieter und kappt mir die Leitung. Dann ist erstmal Sense mit surfen, denn ob der Kram dann im neuen Heim gleich wieder so funktioniert wie geplant, steht in den Sternen. Ihr wisst ja, was da alles passieren kann.

Wie gesagt, sitze ich auf gepackten Umzugskartons, finde nichts mehr, weiß aber jetzt (mal wieder) wie viel Zeugs ich habe, was ich nicht brauche.

Und weil ich jetzt ins Bett muss, wünsche ich Euch allen ein schöne Woche und mir, dass das alles ohne Bandscheibenvorfall über die Bühne geht. Wann genau ich wieder “on” sein werde, weiß ich nicht. Aber ich gebe mir Mühe, nicht allzu lange von der Außenwelt abgeschnitten zu sein.

Ihr dürft gerne an mich denken – während ich meine Bücherkisten schleppe…

The winner of the Freitagstexter is …

Vielen Dank an alle, die beim Freitagstexter mitgemacht und das nette Bildchen aus dem ehemals real existierenden Sozialismus der untergegangenen DDR kommentiert haben. Was die drei Herren da nun wirklich getan haben, ist zum Glück nicht überliefert.

Sei’s drum. Hier die Gewinner in umgekehrter Reihenfolge.

Außer Konkurrenz, weil Bloglos, aber dafür Gewinner der Publikumsherzen ist Hele mit:

Die angekettete Sitz- (bzw. Pflanz-)Blockade der laublosen Bäume konnte auch nach massivem Einsatz von GehWegGas nicht mehr aufgelöst werden…

Platz 3 geht an den Kulturflaneur, der auch deshalb nicht gewonnen hat, weil er erst vor knapp 3 Wochen die Ehre hatte den Freitagstexter ausrichten zu dürfen. Über seinen Kommentar habe ich dennoch herzhaft gelacht. Vielen Dank dafür.

Nur unter grössten Schwierigkeiten konnten die lästigen Freitagstexter vom Baum vertrieben werden, auf dem sie sich niedergelassen hatten.

Platz 2 geht an Fjonka, die wohl die Fußball-WM zum Anlass nahm, in die deutsche Fußballergeschichte zu schauen:

Fußball-WM 1930. Bauer Hansen, Fan der ersten Stunde, rückt mit seinen Söhnen aus, um alle Dorfbäume von Schnarup-Thumby in schwarz und weiß erstrahlen zu lassen. Schade nur, daß Deutschland dann gar nicht mitspielte…

Platz 1 geht an Hüpermensch, dem Mann mit dem überlegen Ü. Hier sein kurzer aber herzhafter Kommentar, der vermutlich alle Tierschützer dieser Welt auf die schwarz-weißen Bäume treiben dürfte:

Früher wusste Feuerwehr noch, wie man Katzen von Bäumen holt.

Hier, lieber Hüpermensch, ist Dein frisch polierter Pokal.

Freitagstexter_Pokal

Es war mir eine Ehre den Freitagstexter ausrichten zu dürfen und sage nochmals Dank an alle, die mitgemacht, draufgeklickt und weitererzählt haben.

Mit den besten Grüßen aus’m Norden verbleichbe ich. Wir lesen uns beim Hüpermensch.

Eigentum ist unantastbar. Oder nicht?

Im Kapitalismus, heißt es, gibt es ein paar Dinge, die stehen so unverrückbar fest wie das Amen in der Kirche oder die chinesische Mauer. Zum Beispiel, dass ein Gegenstand, also eine Sache, die jemanden gehört auch wirklich ihm gehört. Das jedenfalls wird von allen Kapitalismus- und Marktwirtschaftsapologeten allerorten und jederzeit propagiert. Irgendwoher muss die Motivation, für ein Appel und ein Ei das Wachstum zu fördern, ja auch kommen.

In Dänemark aber wird dieser Grundsatz ab heute aufgeweicht. Jedenfalls dann, wenn einer so blöd und noch in der Lage ist, mit 2 Promille Alkohol und mehr im Blut, Auto zu fahren. Dann werden ihm nicht nur der Führerschein entzogen und andere Strafen aufgebrummt, nein, auch sein Auto wird eingezogen und versteigert. Der Erlös fließt in die Staatskasse.

Und nicht nur das. Sollte jemand sein Auto verleihen und der Chauffeur fährt so besoffen, dann ist die Karre auch weg. Da muss der Verleiher auch nicht mit drin gesessen, geschweige denn von der Alkoholfahrt gewusst haben.

Natürlich gibt es hier auch Ausnahmen. Handelt es sich im einen Mietwagen oder ein Leasingfahrzeug, greift diese Regel nicht. Unternehmen geht man nicht ans Vermögen. Wo kämen wir denn da auch hin, im Kapitalismus?

Nun möchte ich nicht missverstanden werden. Wer besoffen Auto fährt, noch dazu unter einer Promillezahl, mit der einer wie ich nicht mehr in der Lage wäre selbst einen Notarzt zu rufen, geschweige denn Auto zu fahren, muss bestraft werden. Spürbar, erbarmungslos und stehenden Fußes. Ich wäre dafür, solchen Typen lebenslang den Lappen wegzunehmen, sie für eine Weile in den Bau zu stecken, ihnen einen Sack voll Sozialstunden aufzubrummen, zu Therapien zu verpflichten und sie ordentlich zur Kasse zu bitten. Wegen mir auch alles zusammen. Aber ihnen das Auto wegzunehmen, auch dann, wenn ihnen das Gefährt gar nicht gehört, geht entschieden zu weit.

Das sehen die meisten Dänen anders. Sie freuen sich, ähnlich wie die Kommentatoren unter dem Artikel der Tagesschau, über diese Maßnahme, die ja nur dazu dient, die Straßen sicherer zu machen. Dabei merken sie nicht, dass hier eine Hintertür zur eiskalten Enteignung in die wackelnden Wände des Kapitalismus eingeschlagen wird. Sie merken nicht, dass sie mit ihrer Jubelei den Staat legitimieren, über ihr – privates – Vermögen zu verfügen, ganz wie es der Staatsmacht beliebt. Sie merken nicht, dass sie eine gewisse Sicherheit für eine ungewisse Sicherheit eintauschen.

Das ist das eigentliche Dilemma an dieser Regelung. Denn Eigentum ist Eigentum ist Eigentum. Wer das nicht versteht, öffnet den staatlich legitimierten Raubrittern Tür und Tor.

Mich interessiert sehr, wie ihr das seht. Ist es richtig und begrüßenswert, wie die Dänen mit Alkoholfahrern umgehen? Oder meint ihr auch, dass es andere Wege geben muss, um besoffenen Fahrern die Autoschlüssel abzunehmen?

Google passt auf

Habt ihr bei google.de schonmal diese Meldung hier bekommen?

Ergebnis entfernt

Google hat also aus Rechtsgründen ein Suchergebnis entfernt und verweist auf eine Seite namens ChillingEffects.org. Was man dort erfährt ist genau so nichts sagend, wie die Meldung von Google. Was für chillige Effekte das Ganze haben soll, erschließt sich mir nicht. Wahrscheinlich dachten die Juristen hinter der Aktion, dass das unglaublich komisch ist. Bei mir erreicht diese seltsame URL eher das Gegenteil.

chillingeffectsAch wonach ich gesucht habe, wollt ihr wissen? Nicht nach “Bombenbau”. Nicht nach “Terrorismus”. Und auch nicht nach “Aufstand”.

Meine Suche war “joachim gauck” “wende” “rostock” “kritik”.

Der Bimbo und die Nazi-Keule

Och komm, nicht schon wieder das Gedöhns über Nazis, Rechte und die Verantwortung des Einzelnen – vor allem dann, wenn er selbst nicht zu diesen Idioten Leuten gehört.

Aber doch! Was muss, dass muss. Also geht mal rüber zum Veit und lest seine Betrachtung zur aktuellen Lage und ihrer geschichtlichen Ursprünge.

der bimbo und die nazi-keule

Ich werd meinen jahrgangskameraden (1957) nicht schuldig sprechen für die verbrechen, die väter und grossväter (vergesst mir die mütter nicht) begangen haben. Aber solange wir deutsche uns auf grosse geister wie goethe, kant, beethoven, adenauer, brandt, meinetwegen auch bismarck und kohl (müssen ja nicht meine sein) berufen, haben wir uns auch den ungeistern zu stellen. Nur indem wir uns dazu bekennen, dass es sie gegeben hat, die hitlers, himmlers, goebbels, görings, bormanns, eichmanns, können wir uns zum anti-faschismus und gegebenenfalls auch zu dem bekennen, was wir demokratisch nennen.

Wir müssen aber auch zwingend akzeptieren, dass es nicht der hitler, der himmler, der goebbels waren, die ihre mitmenschen geschlachtet haben. Sondern die menschen gleich hier um die ecke: der lehrer, der schuhmacher, der bäcker. Der polizist, der richter. Der arbeiter, der akademiker. Auch geistliche darunter. Nur diese Akzeptanz erlaubt es dem, der wert drauf legt, sich von der schuld, die eben doch eine kollektiv-schuld ist, freizusprechen.

Freitagstexter

Seit geraumer Zeit bewege ich mich mit größtem Vergnügen durch eine Bubble namens twoday.net. Twoday.net ist laut Tante Wiki eine der größten deutschsprachigen Weblog-Communitys mit Sitz in Wien, weshalb dann auch alle hier von mir gelesenen Blogs von Österreichern stammen. Und ja, die Alpenrepublikaner sind nicht nur topografisch weit über Normal Null, sondern auch intellektuell und humoristisch.

Jedenfalls gehen sie zum Lachen nicht in den Keller und machen aus beinahe jeder sich bietenden Gelegenheit einen Witz. Manchmal auch aus Bildern. So wie beim Freitagstexter. Dieser geht lt. textundblog.de auf Tim Berners-Lee zurück, der nämlich mit dem Internet ganz nebenbei auch noch den Freitagstexter mit ins Leben gerufen hat. Die Ehre ist also groß, weshalb ich jetzt das Labern lasse und zum Reglement komme.

freitagstexter2

Unten findet ihr ein Bild, welches von euch untertitelt, vertextet, bekalauert oder sonst irgendwie kommentiert werden soll. Um so witziger ihr seid – und hier gilt einzig und allein nur mein unbestechlich subjektives Humorempfinden -, um so höher sind eure Chancen in den Fußabdrücken von Sir Berners-Lee herum zu stapfen. Mitmachen kann jeder, gewinnen kann nur, wer einen Blog sein Eigen nennt.

Der Preisträge wird am Mittwoch nächster Woche bekannt gegeben, womit ihm dann das Vergnügen ereilt, den nächsten Freitagstexter ausrichten zu dürfen. Ein Pokal gibt es auch und den sogar frisch poliert.

Schönebeck, Einweisung in ein Spritzgerät

Bildrechte: Bundesarchiv Bild 183-28869-0004, CC-BY-SA-3.0-de

Mit Dank an Etosha für die Nominierung!

S.O.H.N. – Elektronik und Gesang vom Allerfeinsten

Wer wie ich elektronische Musik zu schätzen weiß, für den habe ich hier ein Leckerhäppchen von ausgezeichneter Güte. Christopher Taylor heißt der Londoner Musiker, der im schönen Wien seine Wahlheimat gefunden hat. S.O.H.N. ist sein Künstlername und so wollen wir ihn auch nennen.

Die Klangteppiche, in die er seine Zuhörer einwickelt sind fett, sehr fett. Aber sie gehen einem nicht auf den Keks. Weil er nämlich dazu singt als wäre er nicht von dieser Welt, bekommen seine musikalischen Betten ein einmaliges Muster. Aber ich will ihn und seine Musik nicht zerquatschen, sondern euch auffordern, die beiden Videos zu klicken oder euch gleich die ganze Playlist (6 Songs) auf YouTube reinzuziehen. Ihr werdet hinterher ordentlich entspannt und vielleicht auch ein wenig von der Welt verrückt sein. Mehr könnt ihr nicht bekommen.

Lights (Live Tremors Tour Video)

Tempest (Unplugged at Casino Baumgarten, Vienna)

Via: 3Sat – Kulturzeit vom 25.06.2014

Los jetzt! Es wird Zeit zu revoltieren!

Gerade las ich eine Wutrede des Schriftstellers und Juristen Wolfgang Bittner, die ich euch nicht nur zu lesen empfehlen möchte, sondern zu der ich euch auffordere sie zu lesen.

Bitte!

Auszug aus:

Restbestände der Demokratie in der Endspiel-Zeit

Politiker und Journalisten im Wahn ihrer Ideologie -

Ein Kommentar von WOLFGANG BITTNER, 16. Juni 2014, auf http://www.hintergrund.de

Restauration und Dekadenz

Die Menschen werden überwacht und manipuliert, sie werden drangsaliert, abgezockt, in Kriege, Mord und Totschlag verwickelt, die Demokratie wird nach und nach abgeschafft. Aber das alles wird als Normalität vermittelt. Die Medien versagen, ein großer Teil der Bevölkerung verblödet (Couch-Potatos und Tittitainment) oder zieht sich ins Private zurück. „Was kümmert’s mich, solange es mir gut geht“, ist zu hören. Oder: „Sie sind sowieso alle korrupt …“ Viereinhalb Millionen Hartz-4-Empfänger, Kinderarmut, ein Viertel der deutschen Bevölkerung lebt unterhalb oder am Rande des Existenzminimums. Nachts im Fernsehen: Blut und Sperma, Dreck und Horror; in den Kinderzimmern – soweit vorhanden – Kitsch und Kram.

In den Mittelmeerstaaten sind mehr als fünfzig Prozent der jungen Menschen arbeitslos, ein Rettungspaket nach dem anderen wird verabschiedet: Geld für die Banken. Jetzt hat der NATO-Generalsekretär Rasmussen die Mitgliedstaaten der Militärallianz aufgefordert, angesichts einer „neuen Sicherheitslage in Europa“ ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen. „Wir brauchen die richtigen Fähigkeiten, um eine glaubwürdige Verteidigung beibehalten zu können“, sagt er. Der unsägliche Bundespräsident Gauck verlangt „ein Ja zu einer aktiven Teilnahme an Konfliktlösungen im größeren Rahmen“, auch mit militärischen Mitteln. Die Bevölkerung wird zur Kasse gebeten, in den Städten und Gemeinden werden viele der sozialen Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte abgebaut.

Und die Medien sind bei der Fußballweltmeisterschaft dabei, Frau Merkel jubelt in Brasilien: Brot und Spiele, wie gehabt. Auch der Adel und die Monarchien sind wieder en vogue. Ständig werden wir über die Majestäten und ihre untauglichen Abkömmlinge auf dem Laufenden gehalten. Die Proteste Zehntausender Anti-Royalisten, zum Beispiel kürzlich gegen die Inthronisation des spanischen Infanten Felipe, werden beiläufig erwähnt. Aufstände in Bahrain oder in der Türkei sind kaum der Rede wert, Obama grinst in die Kamera. Dass viele Hoffnungen durch Morde an Politikern wie Patrice Lumumba, Salvador Allende oder Olof Palme zunichte gemacht wurden, ist lange vergessen.

Hofberichterstattung ist angesagt, auf allen Gebieten, die Bevölkerung wird abgelenkt, mit Halbwahrheit, Lügen und Hetze bombardiert. Wer nicht mitmacht, wer sich querstellt, wird fertiggemacht. Die Restauration marschiert und wir gucken erschüttert und von Tag zu Tag wütender zu. Was sollen wir tun? Was können wir? Ändert sich etwas, wenn wir protestieren?

Wir können nicht anders, wir müssen protestieren, um nicht schuldig zu werden. Obwohl wenig Hoffnung besteht, dass sich in absehbarer Zeit etwas zum Positiven ändert.

Ja es gärt im Volk. Nein, der Druck ist scheinbar noch nicht groß genug, dass die Menschen aufstehen und sich zu wehren beginnen. Aber warum tun sie das nicht? Weshalb gibt es keine Proteste, noch nicht mal leise? Hat Wolfgang Bittner recht wenn er sagt, dass Verblödung und Egoismus schon so weit fortgeschritten sind, dass niemand von den oberen 10.000 um seine Felle fürchten muss? Vermutlich ja.

Nur ein Beispiel: Dieser Tage wurde der Deutsche Nationalpreis an drei herausragende Akteure der Montagsdemos aus der damals gerade zusammenbrechenden DDR vergeben – stellvertretend für alle, die da mit auf die Straße gingen und “Wir sind das Volk” riefen.
Ausgezeichnet werden also Menschen, die von Staatsrat, Zentralkommitee und der “Aktuellen Kamera” als Aufständige, Kriminelle und “als vom Westen gesteuerte Agenten” bezeichnet wurden. Diese Leute waren damals und in dem Land Verbrecher, deren Existenz gefährdet war und die damit rechnen mussten für ihren Kampf gegen das System auch ihr Leben zu verlieren. Sie haben einen Preis verdient.

Und heute?

Heute werden die Montagsdemonstranten als Verschwörungstheoretiker diffamiert und als Rechte gebranntmarkt, die gegen alles und jeden sind und von nichts eine Ahnung haben. Also Idioten, mit denen der gute Deutsche lieber nichts zu tun haben möchte. Sie sind zu bunt, zu unkonkret, zu irgendwas, vor allem aber sind sie fremdgesteuert, natürlich von Verschwörungstheoretikern. In der medialen Berichterstattungshierarchie kommen diese Leute gleich hinter Terroristen. Vor allem aber bekommen sie keinen Preis, sie bekommen nur schlechte Presse – und das nicht zu knapp.

Fällt das irgendjemanden auf? Wundert sich da keiner? Stellt da niemand Fragen?

Sind die Menschen im Land wirklich so blöd, ihr bisschen Leberwurst, das spießige Eigenheim, den überteuerten Volkswagen, den unsicheren und ausbeuterischen Arbeitsplatz, die unwahrscheinliche Rente, die flache Bespaßungsindustrie und die verwanzten Smartphons einer wahrhaftigen Freiheit, Demokratie und der damit einhergehenden Verantwortung vorzuziehen?

Und morgen?

Morgen, wenn wir dann alle überwacht sein werden und die “guten” von den “bösen” Ottonormalos einfach getrennt werden können, werden wir feststellen, dass es für eine anständige, vor allem aber friedliche Revolution zu spät geworden sein wird. Weil von denen, die sich ihren eigenen Kopf machen, die hinterfragen und nicht automatisch fressen, was ihnen auf den Teller geklatscht wird, keiner mehr da sein wird. Die, die noch revoltieren würden, sind dann schon längst um ihre Existenz gebracht, eingesperrt oder ganz und gar verschwunden.

Jene, die dem Flachsinn frönen, das Maul halten und (für andere) arbeiten, werden nicht aufstehen. Und wenn doch, dann werden es ihre Nachkommen sein, die Kinder und Ungeborenen von heute, die ihr Leben geben werden, weil wir, ihre Eltern, es einfach nicht auf die Reihe bekommen und es geschehen lassen haben.

Ist das übertrieben? Vielleicht. Aber ein Blick in die Geschichtsbücher und auf aktuelle Ereignisse zeigt eindeutig, dass das möglich ist und auch in den “modernen Zeiten” gemacht wurde, bzw. gemacht wird.

Die Gleichgültigkeit von heute geht den Blut und den Tränen von morgen voraus. Hoffen wir, dass das Volk aufwacht bevor es zu spät ist. Und das wir niemals von unseren Nachgeborenen gefragt werden, warum wir das nicht verhindert haben als wir es noch konnten.

Via nachdenkseiten.de

Wir Menschen sind so unsagbar doof

… dass wir nur eines verdienen. Unseren Untergang.

Via (dem verhassten aber viel geklicktem) heftig.co

Armageddon – Aufbruch in die letzte Schlacht?

ISIS heißt die neue Al Quaida und die Nachrichten sind voll mit Berichten über deren Krieg gegen die Menschlichkeit und für einen Gottesstaat im Nahen Osten. So titelt dann bspw. auch die FAZ, über den wahr gewordenen Traum Osama bin Ladins.

Nun kann ich als in friedlichen Umständen lebender Nordeuropäer sicher keine genaue Analyse über das Geschehen in dieser so arg gebeutelten Region abgeben. Auch eine pauschale Verunglimpfung aller Muslime (gerade wieder sehr modern) wird von mir nicht zu hören sein. Aber immer wenn ich Berichte über die Ereignisse und das Morden und Quälen von der einen wie der andern Seite lese, dann muss ich an Georg Schramm und seine Rede bei der Verleihung des Erich Fromm Preises 2012 denken.

Deshalb habe ich auch einen Kommentar unter den FAZ-Artikel geschrieben, den ich auch hier in meinem Blog veröffentlichen will:

Das Armageddon – der Anfang der letzten Schlacht?

Die Ursachen für diesen Konflikt sind so vielfältig, wie die Welt komplex ist. Aber bei genauerem Hinsehen stellt man fest, dass viele der verworrenen Fäden im Westen, genauer gesagt in den USA und GB enden.

Der Ex-Kabarettist Georg Schramm spricht 2012 bei der Verleihung des Erich Fromm Preises davon. Man findet das Video bei YouTube unter den Suchbegriffen “Georg Schramm Armageddon”.

Was Schramm sagt ergibt Sinn. Während wir immer auf die religiösen Fanatiker des Islams starren, treiben die religiösen Fanatiker des Christentums die Konflikte immer weiter voran. Und niemand bei uns bekommt es so wirklich mit.

Die Frage nach dem Warum beschäftigt mich sehr, eine Antwort dagegen habe ich nicht. Nur eine Mutmaßung:

Unvorstellbarer religiöser Wahn geht Hand in Hand mit Gier nach Profit und wird geleitet von werte- und verantwortungslosem Machtstreben.

Nicht die manipulierten “Krieger” müssen bekämpft werden. Sondern die Leute mit ihren feinen Anzügen und Soutanen.

Mich würde sehr interessieren, was ihr darüber denkt. Alles nur Verschwörungstheorie? Oder was?