Gregor Gysi: Waffenexporte so schnell wie möglich verbieten

Ich bin ja längst nicht immer einig mit Gregor Gysi, oder der Linken überhaupt. Aber…

…wenn Gysi im Bundestag eine Rede hält, nimmt er keine Rücksicht auf anderer Interessengruppen Befindlichkeiten. Er ist mittlerweile so ziemlich der einzige Politiker, neben Sahra Wagenknecht, der es versteht, schmerzvoll in den Wunden unserer Gesellschaft zu bohren. Gysi gehört für mich zu den ganz wenigen Politikern, denen ich zuhören, die ich ernst nehmen und welche ich – jetzt kommt ein ganz wichtiges Wort – respektieren kann.

Zumindest zuhören und ernst nehmen solltet ihr den Gysi auch. Jetzt und hier. Auf seiner gestrigen Rede im Bundestag, auf der Sondersitzung zu den von der Bundesregierung beschlossenen Waffenlieferungen im Kampf gegen den “Islamischen Staat” (IS).

Mein Lieblingssatz dieser Rede kommt relativ am Anfang und befasst sich mit der Tatsache, dass Deutschland der drittgrößte Waffenexporteur der Welt ist:

“Genau das steht uns nicht zu.”

Via: RELAtief

Der Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen

Im letzten Artikel ging es um mir um die mehr und mehr werden Evangelikalen in Deutschland und das wir aufpassen müssen, dass wir da nicht Geister ins Haus lassen, die wir so schnell nicht wieder los werden können. Aquii kommentierte, dass er bei sich einige der Ausgestossenen beobachten kann, welche sich im Namen des Islam radikalisieren und dann terrorisieren.

Diese Leute gibt es zweifellos und immer mehr von ihnen sind unter den ohnehin schon gebeutelten Völkern mit dem Öl und anderen Reichtümern unterwegs. Wer weiß denn schon, ob sie “ihren” Kampf eines Tages nicht auch bis zu uns tragen? Erstaunlich finde ich das “Phänomen”, dass unter den Radikalisierten viele Konvertiten sind. Wie abgehängt muss ein Deutscher sein, dass er seine kulturellen Wurzeln so dermaßen verlieren kann?

Auqii hat das Problem gut beim Namen genannt. Denn hauptursächlich für die Radikalisierung dieser Menschen sind die Miseren, in denen sie leben. Sie werden vom Tag ihrer Geburt an von System und Bürokratie in Abhängigkeit gehalten. Sie werden klein gehalten, egal wie groß ihr Potential auch sein mag. Allein die kulturellen, sozialen und ökonomischen Verluste, die unsere Gesellschaft wegen des Rassen- und Gotteswahns erleiden, aushalten und bezahlen muss, zeigen wie unsäglich dumm das politische Handeln im 3. Jahrtausend(!) ist. Nichts anderes als das ist der Kern des Problems, auch wenn das viele nicht wahr haben wollen und in Frage stellen möchten.

Die Politik ist halt eine Hure. Jeder nimmt sie sich so, wie er sie gerade braucht. Wenigsten da haben die Verantwortlichen unserer Gesellschaft und die radikalisierten Abgehängten eine Gemeinsamkeit.

Aber zurück zu den Evangelikalen. Die sind (noch) nicht so laut, wie ihre Konkurrenz. Bei denen spielt sich viel im Verborgenen ab, hinter den Spießerfassaden ihrer Einfamilienhäuser, verborgen im Internet und in den unzähligen “Kongresszentren”, die wegen des lokapolitischen Macht- und Wichtigkeitswahns wie Pilze aus dem Boden schossen. Die immer gleich ungenutzen, dafür aber langweilig aussehenden Blechbuden, sind in allen Provinzen verteilt. Es ist die perfekte Infrastruktur um die Massen hinter sich zu versammeln, ohne das es großartig auffällt. Irgendwann gehen die Türen dieser Zentren auf und eine geballte politische Macht tritt heraus. Dann ist es aus mit dem bisschen Säkularismus, der ja ohnehin nur auf den Fahnen steht und faktisch noch nie existiert hat. So was ist schnell abgeschafft.

Die Politik ist halt eine Hure. Die geht auch mit radikalen Christen ins Bett. Bei so was machen Politiker, ob gläubig oder nicht, während des Beischlafs halt die Augen zu und träumen von einem sexy unabhängigen Ideal.

Ich habe wirklich Bedenken, was da aus dieser Richtung auf uns zu kommt. Der Islam macht mir keine Angst. Der kommt in seiner Gänze nicht an den kulturellen Schranken vorbei. Aber das Christentum ist Teil unserer Identität. Die evangelikalen Führer wissen genau, wie sie das Prinzip Hoffnung verkaufen müssen und rennen damit bei vielen Gläubigen der alten Kirchen offene Türen ein.

Wenn sich irgendwann die Islamisten und die Christianisten begegnen, dann werden sie sich radikal, also im Sinne des Wortes, bis auf die Wurzeln bekämpfen.

Der Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen, Harmagedon, rückt immer näher.

All die guten Christen, Moslems, Juden, Agnostiker, Atheisten – alle, auch Nichtgenannte, werden dafür bezahlen.

Und das nur, weil ein paar radikale Typen auf allen Seiten einfach nicht die Werte anderer Menschen frei und bedingungslos anerkennen können.

All die guten Christen, Moslems, Juden, Agnostiker, Atheisten – alle, auch Nichtgenannte, sollten sich die Hände reichen und sich gegenseitig versichern, dass sie die Anderen akzeptieren, solange sie nicht radikal und fanatisch sind.

Bei diesen Menschen freue ich mich, sie kennen zu lernen. Ihre Religionen hingegen, interessieren mich nicht.

Auge um Auge. Zahn um Zahn.

So! Umzug überstanden, Internet läuft wieder und was da persönlich in der Zukunft noch auf mich zu kommt, kann mich (noch) nicht erschüttern. Was in Zukunft auf uns alle zukommen könnte, also vielleicht und eventuell, sollte aber ein bisschen an uns rütteln. Damit wir, und damit meine ich alle, die geistig, mental und spirituell im 21. Jahrhundert verbunden sind, aufwachen.

Denn da entsteht mitten unter uns etwas, was wir bisher nur aus dem Fernsehen kennen. Ein ganz üble Form aus der Kaste der “Isten”. Aber diesmal sind die “Isten” nicht aus der Wirtschaft und auch nicht aus dem Islam. Es sind Christen. Damit meine ich aber nicht die Leute, die an ihren Gott glauben, ein gottgefälliges Leben führen und auch Andersdenkende und Andersgläubige freundlich grüßen. Ich meine jene, die mit aller verbalen Gewalt darauf bestehen, nur sie hätten und wüssten “die Wahrheit” und nur sie könnten (und müssten!) mich retten. Ich meine die Evangelikalen.

Gestern Abend lief eine Doku in der ARD, wie immer ein wenig zu spät. Titel: Mission unter falscher Flagge – Radikale Christen in Deutschland. Reihe: “Die Story im Ersten”.

Chris hat es auch gebloggt – weil es wichtig ist. Einer seiner Lesern hat diesen Link zu YouTube auf einen Beitrag von ZAPP gepostet, der die Sache auch ganz gut beleuchtet. Was klar wird ist, wessen Geistes Kinder diese Leute sind und – das ist noch viel wichtiger – was diese Leute sind: Christianisten. Ein Wort mit Zukunft.

Während bei den von Dogmen gelähmten und deshalb in der Vergangenheit verhafteten “traditionellen Kirchen” die Zahlen über Austritte und Weggestorbene eher steigen, fangen die Evangelikalen immer mehr neue Mitglieder, besonders junge Menschen. Weil sie modern, jung und leidenschaftlich eine ihre Wahrheit verbreiten, die nicht bewiesen werden kann. Keine Spur von Selbstzweifel, dafür aber Party, Emotionen, Mitschreigelegenheiten und dem Versprechen auf sofortige Heilung, auch bei aussichtslosen Fällen.

Das Ganze wirkt geradeso, als wäre das nach der Amerikanisierung der Martinshörner der nächster Schritt hin zur Veramerikanisierung Europas. Menschen die nicht fähig oder mutig genug sind ihren eigenen Verstand zu benutzen, werden von Menschen, die ihren eigenen Verstand benutzen, aber skrupellos, fanatisiert und fundamentalistisch sind, missbraucht, um – wie im ZAPP-Beitrag gesagt – politische und wirtschaftliche Macht zu erlangen. Mittelalter 2.0, aber eben nicht mehr mit Dreschflegel und Scheiterhaufen, sondern mit Fernsehen und Facebook.

Da wünscht man sich selbst als Atheist einen Gott, der diese Zeitgenossen mit einem Blitz, einer Sintflut oder einem wirklich großen Haufen Scheiße der biblischen Menschlichkeit und Logik nach bestraft.

Mal ehrlich, irgendwie wirken diese Leute doch so, als würden sie ganz neidisch in den Nahen Osten schauen, weil die Kollegen von der Konkurrenz dort jedem den Kopf abhacken können, der nicht in ihr Weltbild passt. Hoffen wir, dass sie damit nicht durchkommen und die Aufklärung das Oberwasser behält. Sonst haben wir in weniger Zeit als einen Menschleben lang ist, Zustände wie im Nahen Osten.

Dann geht’s den Moslems, Schwulen, Atheisten und Andersdenkenden an den Kragen.

Auge um Auge. Zahn um Zahn. 

Neuer Freitagstextergewinner, kein Internet und Umzugs-Chaos

Wenn’s Dicke kommt, dann kommt’s Dicke. Dann sucht sich Murphy einen aus und wendet sein unbestechliches Gesetz an. Dieses Mal hat’s mich erwischt. Aber von vorn.

Letzten Montag habe ich den Hüpermensch zum nächsten Freitagstexter gekürt, aber der Mann mit dem überlegenem Ü ist nicht erreichbar, weshalb er nichts von seinem unbeschreiblichen Glück weiß. Entweder ist er in den Ferien oder er muss sich noch ne Tüte Bits kaufen, damit er wieder ins Netz kommt. Jedenfalls steht der Pokal bei mir im Regal und setzt Staub an. Und das ist ja mal gar nicht gut. Was soll denn der Tim von mir denken…

Also habe ich jetzt der Zweitplatzierten, nämlich Fjonka, geschrieben und sie gebeten, den Freitagstexter weiterzuführen. Drauf gebracht, weil von alleine habe ich’s nicht verrissen, hat mich der Kulturflaneur. Vielen Dank dafür. Es braucht halt immer einen, der die Fahne der Kultur nach oben hält.

Ob Fjonka das macht oder nicht, weiß ich noch nicht. Aber ich hoffe es sehr. Gerade eben schrieb mir Fjonka, dass sie das macht, was eine sehr gute Nachricht für mich ist, denn ab morgen entzieht sich das alles und noch viel mehr meinem Einfluss.

Weil, ich ziehe nämlich um und irgendwann morgen kommt der Mensch von meinem Internet- und Telefonanbieter und kappt mir die Leitung. Dann ist erstmal Sense mit surfen, denn ob der Kram dann im neuen Heim gleich wieder so funktioniert wie geplant, steht in den Sternen. Ihr wisst ja, was da alles passieren kann.

Wie gesagt, sitze ich auf gepackten Umzugskartons, finde nichts mehr, weiß aber jetzt (mal wieder) wie viel Zeugs ich habe, was ich nicht brauche.

Und weil ich jetzt ins Bett muss, wünsche ich Euch allen ein schöne Woche und mir, dass das alles ohne Bandscheibenvorfall über die Bühne geht. Wann genau ich wieder “on” sein werde, weiß ich nicht. Aber ich gebe mir Mühe, nicht allzu lange von der Außenwelt abgeschnitten zu sein.

Ihr dürft gerne an mich denken – während ich meine Bücherkisten schleppe…

The winner of the Freitagstexter is …

Vielen Dank an alle, die beim Freitagstexter mitgemacht und das nette Bildchen aus dem ehemals real existierenden Sozialismus der untergegangenen DDR kommentiert haben. Was die drei Herren da nun wirklich getan haben, ist zum Glück nicht überliefert.

Sei’s drum. Hier die Gewinner in umgekehrter Reihenfolge.

Außer Konkurrenz, weil Bloglos, aber dafür Gewinner der Publikumsherzen ist Hele mit:

Die angekettete Sitz- (bzw. Pflanz-)Blockade der laublosen Bäume konnte auch nach massivem Einsatz von GehWegGas nicht mehr aufgelöst werden…

Platz 3 geht an den Kulturflaneur, der auch deshalb nicht gewonnen hat, weil er erst vor knapp 3 Wochen die Ehre hatte den Freitagstexter ausrichten zu dürfen. Über seinen Kommentar habe ich dennoch herzhaft gelacht. Vielen Dank dafür.

Nur unter grössten Schwierigkeiten konnten die lästigen Freitagstexter vom Baum vertrieben werden, auf dem sie sich niedergelassen hatten.

Platz 2 geht an Fjonka, die wohl die Fußball-WM zum Anlass nahm, in die deutsche Fußballergeschichte zu schauen:

Fußball-WM 1930. Bauer Hansen, Fan der ersten Stunde, rückt mit seinen Söhnen aus, um alle Dorfbäume von Schnarup-Thumby in schwarz und weiß erstrahlen zu lassen. Schade nur, daß Deutschland dann gar nicht mitspielte…

Platz 1 geht an Hüpermensch, dem Mann mit dem überlegen Ü. Hier sein kurzer aber herzhafter Kommentar, der vermutlich alle Tierschützer dieser Welt auf die schwarz-weißen Bäume treiben dürfte:

Früher wusste Feuerwehr noch, wie man Katzen von Bäumen holt.

Hier, lieber Hüpermensch, ist Dein frisch polierter Pokal.

Freitagstexter_Pokal

Es war mir eine Ehre den Freitagstexter ausrichten zu dürfen und sage nochmals Dank an alle, die mitgemacht, draufgeklickt und weitererzählt haben.

Mit den besten Grüßen aus’m Norden verbleichbe ich. Wir lesen uns beim Hüpermensch.

Eigentum ist unantastbar. Oder nicht?

Im Kapitalismus, heißt es, gibt es ein paar Dinge, die stehen so unverrückbar fest wie das Amen in der Kirche oder die chinesische Mauer. Zum Beispiel, dass ein Gegenstand, also eine Sache, die jemanden gehört auch wirklich ihm gehört. Das jedenfalls wird von allen Kapitalismus- und Marktwirtschaftsapologeten allerorten und jederzeit propagiert. Irgendwoher muss die Motivation, für ein Appel und ein Ei das Wachstum zu fördern, ja auch kommen.

In Dänemark aber wird dieser Grundsatz ab heute aufgeweicht. Jedenfalls dann, wenn einer so blöd und noch in der Lage ist, mit 2 Promille Alkohol und mehr im Blut, Auto zu fahren. Dann werden ihm nicht nur der Führerschein entzogen und andere Strafen aufgebrummt, nein, auch sein Auto wird eingezogen und versteigert. Der Erlös fließt in die Staatskasse.

Und nicht nur das. Sollte jemand sein Auto verleihen und der Chauffeur fährt so besoffen, dann ist die Karre auch weg. Da muss der Verleiher auch nicht mit drin gesessen, geschweige denn von der Alkoholfahrt gewusst haben.

Natürlich gibt es hier auch Ausnahmen. Handelt es sich im einen Mietwagen oder ein Leasingfahrzeug, greift diese Regel nicht. Unternehmen geht man nicht ans Vermögen. Wo kämen wir denn da auch hin, im Kapitalismus?

Nun möchte ich nicht missverstanden werden. Wer besoffen Auto fährt, noch dazu unter einer Promillezahl, mit der einer wie ich nicht mehr in der Lage wäre selbst einen Notarzt zu rufen, geschweige denn Auto zu fahren, muss bestraft werden. Spürbar, erbarmungslos und stehenden Fußes. Ich wäre dafür, solchen Typen lebenslang den Lappen wegzunehmen, sie für eine Weile in den Bau zu stecken, ihnen einen Sack voll Sozialstunden aufzubrummen, zu Therapien zu verpflichten und sie ordentlich zur Kasse zu bitten. Wegen mir auch alles zusammen. Aber ihnen das Auto wegzunehmen, auch dann, wenn ihnen das Gefährt gar nicht gehört, geht entschieden zu weit.

Das sehen die meisten Dänen anders. Sie freuen sich, ähnlich wie die Kommentatoren unter dem Artikel der Tagesschau, über diese Maßnahme, die ja nur dazu dient, die Straßen sicherer zu machen. Dabei merken sie nicht, dass hier eine Hintertür zur eiskalten Enteignung in die wackelnden Wände des Kapitalismus eingeschlagen wird. Sie merken nicht, dass sie mit ihrer Jubelei den Staat legitimieren, über ihr – privates – Vermögen zu verfügen, ganz wie es der Staatsmacht beliebt. Sie merken nicht, dass sie eine gewisse Sicherheit für eine ungewisse Sicherheit eintauschen.

Das ist das eigentliche Dilemma an dieser Regelung. Denn Eigentum ist Eigentum ist Eigentum. Wer das nicht versteht, öffnet den staatlich legitimierten Raubrittern Tür und Tor.

Mich interessiert sehr, wie ihr das seht. Ist es richtig und begrüßenswert, wie die Dänen mit Alkoholfahrern umgehen? Oder meint ihr auch, dass es andere Wege geben muss, um besoffenen Fahrern die Autoschlüssel abzunehmen?

Google passt auf

Habt ihr bei google.de schonmal diese Meldung hier bekommen?

Ergebnis entfernt

Google hat also aus Rechtsgründen ein Suchergebnis entfernt und verweist auf eine Seite namens ChillingEffects.org. Was man dort erfährt ist genau so nichts sagend, wie die Meldung von Google. Was für chillige Effekte das Ganze haben soll, erschließt sich mir nicht. Wahrscheinlich dachten die Juristen hinter der Aktion, dass das unglaublich komisch ist. Bei mir erreicht diese seltsame URL eher das Gegenteil.

chillingeffectsAch wonach ich gesucht habe, wollt ihr wissen? Nicht nach “Bombenbau”. Nicht nach “Terrorismus”. Und auch nicht nach “Aufstand”.

Meine Suche war “joachim gauck” “wende” “rostock” “kritik”.

Der Bimbo und die Nazi-Keule

Och komm, nicht schon wieder das Gedöhns über Nazis, Rechte und die Verantwortung des Einzelnen – vor allem dann, wenn er selbst nicht zu diesen Idioten Leuten gehört.

Aber doch! Was muss, dass muss. Also geht mal rüber zum Veit und lest seine Betrachtung zur aktuellen Lage und ihrer geschichtlichen Ursprünge.

der bimbo und die nazi-keule

Ich werd meinen jahrgangskameraden (1957) nicht schuldig sprechen für die verbrechen, die väter und grossväter (vergesst mir die mütter nicht) begangen haben. Aber solange wir deutsche uns auf grosse geister wie goethe, kant, beethoven, adenauer, brandt, meinetwegen auch bismarck und kohl (müssen ja nicht meine sein) berufen, haben wir uns auch den ungeistern zu stellen. Nur indem wir uns dazu bekennen, dass es sie gegeben hat, die hitlers, himmlers, goebbels, görings, bormanns, eichmanns, können wir uns zum anti-faschismus und gegebenenfalls auch zu dem bekennen, was wir demokratisch nennen.

Wir müssen aber auch zwingend akzeptieren, dass es nicht der hitler, der himmler, der goebbels waren, die ihre mitmenschen geschlachtet haben. Sondern die menschen gleich hier um die ecke: der lehrer, der schuhmacher, der bäcker. Der polizist, der richter. Der arbeiter, der akademiker. Auch geistliche darunter. Nur diese Akzeptanz erlaubt es dem, der wert drauf legt, sich von der schuld, die eben doch eine kollektiv-schuld ist, freizusprechen.

Freitagstexter

Seit geraumer Zeit bewege ich mich mit größtem Vergnügen durch eine Bubble namens twoday.net. Twoday.net ist laut Tante Wiki eine der größten deutschsprachigen Weblog-Communitys mit Sitz in Wien, weshalb dann auch alle hier von mir gelesenen Blogs von Österreichern stammen. Und ja, die Alpenrepublikaner sind nicht nur topografisch weit über Normal Null, sondern auch intellektuell und humoristisch.

Jedenfalls gehen sie zum Lachen nicht in den Keller und machen aus beinahe jeder sich bietenden Gelegenheit einen Witz. Manchmal auch aus Bildern. So wie beim Freitagstexter. Dieser geht lt. textundblog.de auf Tim Berners-Lee zurück, der nämlich mit dem Internet ganz nebenbei auch noch den Freitagstexter mit ins Leben gerufen hat. Die Ehre ist also groß, weshalb ich jetzt das Labern lasse und zum Reglement komme.

freitagstexter2

Unten findet ihr ein Bild, welches von euch untertitelt, vertextet, bekalauert oder sonst irgendwie kommentiert werden soll. Um so witziger ihr seid – und hier gilt einzig und allein nur mein unbestechlich subjektives Humorempfinden -, um so höher sind eure Chancen in den Fußabdrücken von Sir Berners-Lee herum zu stapfen. Mitmachen kann jeder, gewinnen kann nur, wer einen Blog sein Eigen nennt.

Der Preisträge wird am Mittwoch nächster Woche bekannt gegeben, womit ihm dann das Vergnügen ereilt, den nächsten Freitagstexter ausrichten zu dürfen. Ein Pokal gibt es auch und den sogar frisch poliert.

Schönebeck, Einweisung in ein Spritzgerät

Bildrechte: Bundesarchiv Bild 183-28869-0004, CC-BY-SA-3.0-de

Mit Dank an Etosha für die Nominierung!

p5rn7vb

S.O.H.N. – Elektronik und Gesang vom Allerfeinsten

Wer wie ich elektronische Musik zu schätzen weiß, für den habe ich hier ein Leckerhäppchen von ausgezeichneter Güte. Christopher Taylor heißt der Londoner Musiker, der im schönen Wien seine Wahlheimat gefunden hat. S.O.H.N. ist sein Künstlername und so wollen wir ihn auch nennen.

Die Klangteppiche, in die er seine Zuhörer einwickelt sind fett, sehr fett. Aber sie gehen einem nicht auf den Keks. Weil er nämlich dazu singt als wäre er nicht von dieser Welt, bekommen seine musikalischen Betten ein einmaliges Muster. Aber ich will ihn und seine Musik nicht zerquatschen, sondern euch auffordern, die beiden Videos zu klicken oder euch gleich die ganze Playlist (6 Songs) auf YouTube reinzuziehen. Ihr werdet hinterher ordentlich entspannt und vielleicht auch ein wenig von der Welt verrückt sein. Mehr könnt ihr nicht bekommen.

Lights (Live Tremors Tour Video)

Tempest (Unplugged at Casino Baumgarten, Vienna)

Via: 3Sat – Kulturzeit vom 25.06.2014