Meine Mutter ist kriminell (Kein Spaß!)

Es ist leider ein bisschen an mir vorbei gegangen, weil ich die letzten Tage nicht zu Hause angerufen hatte. Aber meine alte liebe Mutter war mal wieder im Fernsehen und hat die Klappe aufgemacht. Und zwar richtig.

Es geht in dem Beitrag um Cannabis als Medizin. Und diese Farce, ob Patienten ihr Cannabis anbauen dürfen oder nicht. Unter bestimmten Umständen, zum Beispiel wenn sie zu arm sind sich das ziemlich teure Cannabis in der Apotheke zu kaufen, dürfen sie es, wie das Landgericht Köln im Juli urteilte.

Aber es kommt wie es immer kommt und selbst der Krankeste kann nicht in Frieden sein Cannabis anbauen, wenn es das „Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte“ nicht will. Und die Damen und Herren aus der Behörde wollen das nicht. Weshalb sie auch in Berufung gegangen sind.

Ute Köhler, eine der betroffenen Patientinnen, die dürfte, wenn die Behörde sie ließe, ist jetzt deshalb in einen Hungerstreik getreten, um auf sich, ihre un(aus)haltbare Situation und das juristische Gezerre des BfArM aufmerksam zu machen.

DAS MUSS MAN SICH MAL VOR AUGEN HALTEN. EINE 60 JAHRE ALTE, SCHWER KRANKE FRAU TRITT IN DEN HUNGERSTREIK, WEIL EIN PAAR BETONKÖPFE NICHT EINSEHEN KÖNNEN, DASS EINE ALTE KULTURPFLANZE BESSER HILFT ALS JEDER BLOCKBUSTER DER PHARMAINDUSTRIE!

Wie sähe die Welt wohl aus ohne Vorurteile? Und Lobbyismus?

Aber genau darum ist meine Mutter kriminell. Und ich bin stolz darauf. Stolz auf ihren Mut, stolz auf ihre Deutlichkeit, stolz darauf, dass sie, die kaum noch gehen und stehen kann, was drauf pfeift, was die Politik ihr vorschreiben will. Deshalb transkribiere ich ihren kurzen Auftritt aus dem MDR-Beitrag und stelle das Video dann unter den Artikel.

Ich übernehme für mich die Verantwortung und ich gehe auch, wenn’s sein muss, dafür in den Knast. Jedenfalls mir hilft es. Und mit welchem Recht wird mir verboten zu wissen und anzuwenden, was gut für mich ist? 

Gute Frage. Eine Antwort wird sie wohl aber nicht erhalten. Was ihr bleibt ist die Hoffnung, dass der Fall an Richter gerät, die im Sinne der Patienten urteilen. Bis dahin aber wird sie kriminell sein. Weil das Leben nur dann lebenswert für sie ist, wenn sie kriminell ist.

Wie gesagt, ich bin mächtig stolz auf meine kriminelle Mutter.

Und wenn ihr meint, dass die beiden alten Frauen und die vielen kriminellen Patienten da draußen Unterstützung benötigen, dann klebt euch doch bitte das kurze Video in euren Blog. Damit es euch nicht irgendwann einmal genauso geht, falls ihr mal in eine solche Situation kommt.

MDR um 4 vom 16.09.2914

This Way Up

Über den Tod macht man keine Witze. Nur besonders verwegene oder respektlose Menschen machen sich über den Tod lustig und lachen ihm ins Gesicht. Auf einer Trauerfeier zu grienen gehört sich bei uns nicht, egal was der Verstorbene für ein Spaßvogel war, egal welche komischen Anekdoten es über den Verblichenen zu erzählen gibt. Man schluchzt, man schnäuzt, man kondoliert – und ist froh, wenn man die unangenehme Pflicht endlich hinter sich gebracht hat.

Man mag mich für pietätlos halten, aber den Respekt gegenüber vielen Verstorben habe ich schon oft als zu spät empfunden. Wer schon im Leben nicht respektiert wurde, braucht im Tod auch keine Achtung mehr. Und manch einer hat weder im Leben noch nach dem Tod Respekt verdient. Aber das sind dann – wie komisch – meistens jene, welche die größten Gräber kriegen.

Gekonnt über den Tod hinweg zu lächeln ist eine Kunst, welche im preisgekrönten Kurzfilm “This Way Up” für die BBC auf die Spitze getrieben wird. Was eine der drei Protagonisten, ein altes Ömchen, auf ihrer letzten Reise noch so erlebt, ist wunderbar respektlos und wirklich komisch. Nur die zwei Totengräber, bemüht um Contenance und Pietät, haben ganz schön Stress. Aber am Ende haben die beiden auf ihrem Weg zwischen Leben und Tod eine Menge Spaß.

Ja ja, manchmal hat auch der Tod ein Happy End.

This Way Up from Nexus on Vimeo.

Gefunden via el-flojo, der so viele geniale Kurzfilme auf seinem Blog hat, dass ihr euren Fernseher getrost begraben könnt. Am besten mit einem teuflischen Lachen als Abgesang.

Das Ende des Wachstums(wahns) ist nah, das Überleben kann beginnen

Eine Forschergruppe der Uni Melbourne hat herausgefunden, dass die vor 42 Jahren vom Club of Rome herausgebrachte Studie “Grenzen des Wachstums” ziemlich genau vorhergesagt hat, wie die Zustände der Welt von heute sind. Demnach steht die Menschheit – ja, ja! -, vor noch nie da gewesenen Umbrüchen. Vermutlich, und ich glaube nicht, dass das pure Schwarzmalerei ist, steht unsere Spezies kurz vor ihrem eigenen Kollaps. Die andeutenden Symptome sind schon lange zu erkennen.

Aber was kommt dann auf uns zu? Eine Frage, die jeder von uns kennt, aber gerne wegignoriert. Wahrscheinlich liegt die Nichtbeantwortung der Frage an der Antwort. Denn auch die kennen wir:

Elend. Mord. Totschlag.

Wie die Zeit danach ungefähr aussehen wird, können wir schon heute im Nahen Osten beobachten. Nur das es dann nicht mehr augenscheinlich um Ideologien und oder Religionen geht, sondern ganz direkt um Ressourcen und Einfluss, was schon immer die eigentlich wahren Gründe für Kriege waren. Aber noch nicht mal das hat sich bisher rumgesprochen.

So ziemlich alle unsere Probleme sind das erste Mal in der Geschichte der Menschheit globale Probleme. Wir aber werden, sowohl in der Wirtschaft, wie in der Politik und auch beim Militär, von Leuten geführt, die nur sehr beschränkte Horizonte aufweisen. Das Unvermögen fremde Werte frei und willig anzuerkennen, gepaart mit Skrupellosigkeit, Gier und Wahn, plus einem gerüttelt Maß an Egozentrismus, hat diese Menschen in ihre Positionen gebracht. Nein, nicht alle. Aber die meisten.

Das Schlimme ist, dass diese Leute ihre Macht mehr und mehr von Fanatikern aus den Händen genommen bekommen. Wenn ich wüsste wie man eine vernünftige Revolution anzetteln könnte, ich würde es tun. Eine Revolution gleichermaßen gegen Gier und Fanatismus und für Vernunft und Menschlichkeit. Denn wenn das Elend, der Mord und der Totschlag erst bei uns angekommen ist, wird es zu spät sein, das Ruder herum zu reißen.

Wir werden dann nämlich gezwungen sein selbst zu morden, totzuschlagen und Elend auszuhalten. So wie heute jeder wie verrückt konsumieren will, so wird dann jeder wie wahnsinnig um sein Überleben kämpfen. Jeder wird jedermanns Feind sein. Gefangene werden unter solchen Umständen nicht gemacht.

Vielleicht, wenn es der Zufall will, bleiben am Ende in ein paar einsamen Ecken unserer Welt ein paar Leute übrig, die dann des Kämpfens auf Leben oder Tod überdrüssig sein werden. Und vielleicht bauen die dann eine menschliche Kultur auf, die nicht sich selbst und irgendwelche Götter und Götzen in den Mittelpunkt stellt. Eine Kultur, die zu bilden unsere Spezies intellektuell in der Lage wäre, aber die wegen der mangelnden Fähigkeiten über den Tellerrand zu schauen, bisher eine Utopie geblieben ist.

Via RELAtief und Fefe

Der Traum von Asgard

Er gehörte auch zu jenen, welche die Welt reicher und schöner gemacht haben, aber leider viel zu früh von ihr gegangen sind. Reinhard Lakomy, oder Lacky, wie ihn seine Fans liebevoll nennen, war ein (ost)deutsches Musikmultitalent, das neben den Puhdys die meisten offiziellen Veröffentlichungen in der DDR vorweisen konnte.

Lacky war als Jazzmusiker eine Größe und als Balladensänger erfolgreich. Er schrieb mehr als 200 Film- und Balletmusiken, komponierte für Schlagersänger und hat es auch selbst versucht – natürlich erfolgreich. 35 Jahre lang hat Lacky mit seiner Frau Monika Erhardt für Kinder komponiert. Ihr Hörspiel  “Der Traumzauberbaum“, vor allem ostdeutschen Kindern bekannt, hat Generationen geprägt.

Mich und meinen Musikgeschmack hat Lacky aber vor allem mit seiner elektronischen Instrumentalmusik angesprochen, die mir noch heute mehr Wert ist, als jede andere Musik dieser Welt. Denn seine “Elektronik” hat mir damals ein Fenster geöffnet, durch das meine Seele fliegend entfliehen konnte, wenn mich der real existierende Sozialismus mal wieder zu sehr ankotzte.

1983 erschien seine LP “Der Traum von Asgard” und ich weiß nicht, wie oft ich diese Scheibe in meinem Leben schon gehört habe. Fast 25 Jahre nach dem Mauerfall, und irgendwo vor dem Beginn eines neuerlichen Totalitarismus, wird es Zeit für mich die Träume weiter zu reichen.

Weil nur der wirklich frei ist, der seine Seele fliegen lassen kann.

Cannabis-Patienten gehen in den Hungerstreik

Stell dir vor du bist krank und es gibt eine Medizin die dir hilft, aber die du nicht nehmen darfst. Dir geht es also weiterhin dreckig, obwohl es dir besser gehen könnte. Und das nur, weil Vorurteile, Lobbyismus und schiefe Moral das verhindern.

Seit Jahren kämpfen Menschen darum, Cannabis als Medizin gegen ihre Leiden zu benutzen. Sie dürfen es nicht, gleichwohl Cannabis – bewiesenermaßen! – auf vielen Gebieten gut und wirksam ist. Cannabis hat, wenn es nicht missbraucht wird, faktisch keine Nebenwirkungen. Cannabis ist eine der ältesten Nutzpflanzen der Menschheit – und überhaupt, wer weiß denn schon, wie viele von uns nur deshalb auf dem Globus wandeln, weil irgendwelche Ahnen in grauer Vorzeit von dieser Pflanze profitierten, vielleicht sogar nur wegen ihr überlebten?

Ja ja, ich weiß. Das ist jetzt ganz weit ausgewalzte Polemik. Und vermutlich wahr. Weshalb es um so trauriger ist, dass sich jetzt kranke Menschen, denen Cannabis helfen würde, gezwungen sehen, in einen Hungerstreik zu treten, damit ihrem Recht auf Linderung endlich stattgegeben wird.

Die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin und das Selbsthilfenetzwerk Cannabis-Medizin haben eine Petition gestartet:

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Bundesregierung Maßnahmen ergreift, damit die Kosten einer Behandlung mit Medikamenten auf Cannabisbasis bezahlt werden. Der Bundestag möge zudem beschließen, dass Strafverfahren gegen Patientinnen und Patienten im Zusammenhang mit einer durch einen Arzt bescheinigten notwendigen medizinischen Verwendung von Cannabisprodukten grundsätzlich eingestellt werden.

Leute! Zeichnet das mit. Bitte.

Via daMax

Das sagt das Netzwerk dazu:

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Ich bin ein Mercedes

„John F. Kennedy würde heute nicht mehr sagen “Ich bin ein Berliner” sondern “Ich bin ein Mercedes”.“

Wolfgang Neuss

Und wer sich jetzt noch das kurze Video anschaut und weder Parallelen noch Zusammenhänge erkennen kann:

Herzlichen Glückwunsch! Bei dir hat’s funktioniert.

Via bin krakeln

Der “Zusammenbruch-Song” von Wolfgang Neuss und Wolfgang Müller aus dem großartigen Filmklassiker “Wir Wunderkinder” (1958) von Kurt Hoffmann mit Hansjörg Felmy, Robert Graf und Johanna von Koczian in den Hauptrollen.

Gregor Gysi: Waffenexporte so schnell wie möglich verbieten

Ich bin ja längst nicht immer einig mit Gregor Gysi, oder der Linken überhaupt. Aber…

…wenn Gysi im Bundestag eine Rede hält, nimmt er keine Rücksicht auf anderer Interessengruppen Befindlichkeiten. Er ist mittlerweile so ziemlich der einzige Politiker, neben Sahra Wagenknecht, der es versteht, schmerzvoll in den Wunden unserer Gesellschaft zu bohren. Gysi gehört für mich zu den ganz wenigen Politikern, denen ich zuhören, die ich ernst nehmen und welche ich – jetzt kommt ein ganz wichtiges Wort – respektieren kann.

Zumindest zuhören und ernst nehmen solltet ihr den Gysi auch. Jetzt und hier. Auf seiner gestrigen Rede im Bundestag, auf der Sondersitzung zu den von der Bundesregierung beschlossenen Waffenlieferungen im Kampf gegen den “Islamischen Staat” (IS).

Mein Lieblingssatz dieser Rede kommt relativ am Anfang und befasst sich mit der Tatsache, dass Deutschland der drittgrößte Waffenexporteur der Welt ist:

“Genau das steht uns nicht zu.”

Via: RELAtief

Der Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen

Im letzten Artikel ging es um mir um die mehr und mehr werden Evangelikalen in Deutschland und das wir aufpassen müssen, dass wir da nicht Geister ins Haus lassen, die wir so schnell nicht wieder los werden können. Aquii kommentierte, dass er bei sich einige der Ausgestossenen beobachten kann, welche sich im Namen des Islam radikalisieren und dann terrorisieren.

Diese Leute gibt es zweifellos und immer mehr von ihnen sind unter den ohnehin schon gebeutelten Völkern mit dem Öl und anderen Reichtümern unterwegs. Wer weiß denn schon, ob sie “ihren” Kampf eines Tages nicht auch bis zu uns tragen? Erstaunlich finde ich das “Phänomen”, dass unter den Radikalisierten viele Konvertiten sind. Wie abgehängt muss ein Deutscher sein, dass er seine kulturellen Wurzeln so dermaßen verlieren kann?

Auqii hat das Problem gut beim Namen genannt. Denn hauptursächlich für die Radikalisierung dieser Menschen sind die Miseren, in denen sie leben. Sie werden vom Tag ihrer Geburt an von System und Bürokratie in Abhängigkeit gehalten. Sie werden klein gehalten, egal wie groß ihr Potential auch sein mag. Allein die kulturellen, sozialen und ökonomischen Verluste, die unsere Gesellschaft wegen des Rassen- und Gotteswahns erleiden, aushalten und bezahlen muss, zeigen wie unsäglich dumm das politische Handeln im 3. Jahrtausend(!) ist. Nichts anderes als das ist der Kern des Problems, auch wenn das viele nicht wahr haben wollen und in Frage stellen möchten.

Die Politik ist halt eine Hure. Jeder nimmt sie sich so, wie er sie gerade braucht. Wenigsten da haben die Verantwortlichen unserer Gesellschaft und die radikalisierten Abgehängten eine Gemeinsamkeit.

Aber zurück zu den Evangelikalen. Die sind (noch) nicht so laut, wie ihre Konkurrenz. Bei denen spielt sich viel im Verborgenen ab, hinter den Spießerfassaden ihrer Einfamilienhäuser, verborgen im Internet und in den unzähligen “Kongresszentren”, die wegen des lokapolitischen Macht- und Wichtigkeitswahns wie Pilze aus dem Boden schossen. Die immer gleich ungenutzen, dafür aber langweilig aussehenden Blechbuden, sind in allen Provinzen verteilt. Es ist die perfekte Infrastruktur um die Massen hinter sich zu versammeln, ohne das es großartig auffällt. Irgendwann gehen die Türen dieser Zentren auf und eine geballte politische Macht tritt heraus. Dann ist es aus mit dem bisschen Säkularismus, der ja ohnehin nur auf den Fahnen steht und faktisch noch nie existiert hat. So was ist schnell abgeschafft.

Die Politik ist halt eine Hure. Die geht auch mit radikalen Christen ins Bett. Bei so was machen Politiker, ob gläubig oder nicht, während des Beischlafs halt die Augen zu und träumen von einem sexy unabhängigen Ideal.

Ich habe wirklich Bedenken, was da aus dieser Richtung auf uns zu kommt. Der Islam macht mir keine Angst. Der kommt in seiner Gänze nicht an den kulturellen Schranken vorbei. Aber das Christentum ist Teil unserer Identität. Die evangelikalen Führer wissen genau, wie sie das Prinzip Hoffnung verkaufen müssen und rennen damit bei vielen Gläubigen der alten Kirchen offene Türen ein.

Wenn sich irgendwann die Islamisten und die Christianisten begegnen, dann werden sie sich radikal, also im Sinne des Wortes, bis auf die Wurzeln bekämpfen.

Der Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen, Harmagedon, rückt immer näher.

All die guten Christen, Moslems, Juden, Agnostiker, Atheisten – alle, auch Nichtgenannte, werden dafür bezahlen.

Und das nur, weil ein paar radikale Typen auf allen Seiten einfach nicht die Werte anderer Menschen frei und bedingungslos anerkennen können.

All die guten Christen, Moslems, Juden, Agnostiker, Atheisten – alle, auch Nichtgenannte, sollten sich die Hände reichen und sich gegenseitig versichern, dass sie die Anderen akzeptieren, solange sie nicht radikal und fanatisch sind.

Bei diesen Menschen freue ich mich, sie kennen zu lernen. Ihre Religionen hingegen, interessieren mich nicht.

Auge um Auge. Zahn um Zahn.

So! Umzug überstanden, Internet läuft wieder und was da persönlich in der Zukunft noch auf mich zu kommt, kann mich (noch) nicht erschüttern. Was in Zukunft auf uns alle zukommen könnte, also vielleicht und eventuell, sollte aber ein bisschen an uns rütteln. Damit wir, und damit meine ich alle, die geistig, mental und spirituell im 21. Jahrhundert verbunden sind, aufwachen.

Denn da entsteht mitten unter uns etwas, was wir bisher nur aus dem Fernsehen kennen. Ein ganz üble Form aus der Kaste der “Isten”. Aber diesmal sind die “Isten” nicht aus der Wirtschaft und auch nicht aus dem Islam. Es sind Christen. Damit meine ich aber nicht die Leute, die an ihren Gott glauben, ein gottgefälliges Leben führen und auch Andersdenkende und Andersgläubige freundlich grüßen. Ich meine jene, die mit aller verbalen Gewalt darauf bestehen, nur sie hätten und wüssten “die Wahrheit” und nur sie könnten (und müssten!) mich retten. Ich meine die Evangelikalen.

Gestern Abend lief eine Doku in der ARD, wie immer ein wenig zu spät. Titel: Mission unter falscher Flagge – Radikale Christen in Deutschland. Reihe: “Die Story im Ersten”.

Chris hat es auch gebloggt – weil es wichtig ist. Einer seiner Lesern hat diesen Link zu YouTube auf einen Beitrag von ZAPP gepostet, der die Sache auch ganz gut beleuchtet. Was klar wird ist, wessen Geistes Kinder diese Leute sind und – das ist noch viel wichtiger – was diese Leute sind: Christianisten. Ein Wort mit Zukunft.

Während bei den von Dogmen gelähmten und deshalb in der Vergangenheit verhafteten “traditionellen Kirchen” die Zahlen über Austritte und Weggestorbene eher steigen, fangen die Evangelikalen immer mehr neue Mitglieder, besonders junge Menschen. Weil sie modern, jung und leidenschaftlich eine ihre Wahrheit verbreiten, die nicht bewiesen werden kann. Keine Spur von Selbstzweifel, dafür aber Party, Emotionen, Mitschreigelegenheiten und dem Versprechen auf sofortige Heilung, auch bei aussichtslosen Fällen.

Das Ganze wirkt geradeso, als wäre das nach der Amerikanisierung der Martinshörner der nächster Schritt hin zur Veramerikanisierung Europas. Menschen die nicht fähig oder mutig genug sind ihren eigenen Verstand zu benutzen, werden von Menschen, die ihren eigenen Verstand benutzen, aber skrupellos, fanatisiert und fundamentalistisch sind, missbraucht, um – wie im ZAPP-Beitrag gesagt – politische und wirtschaftliche Macht zu erlangen. Mittelalter 2.0, aber eben nicht mehr mit Dreschflegel und Scheiterhaufen, sondern mit Fernsehen und Facebook.

Da wünscht man sich selbst als Atheist einen Gott, der diese Zeitgenossen mit einem Blitz, einer Sintflut oder einem wirklich großen Haufen Scheiße der biblischen Menschlichkeit und Logik nach bestraft.

Mal ehrlich, irgendwie wirken diese Leute doch so, als würden sie ganz neidisch in den Nahen Osten schauen, weil die Kollegen von der Konkurrenz dort jedem den Kopf abhacken können, der nicht in ihr Weltbild passt. Hoffen wir, dass sie damit nicht durchkommen und die Aufklärung das Oberwasser behält. Sonst haben wir in weniger Zeit als einen Menschleben lang ist, Zustände wie im Nahen Osten.

Dann geht’s den Moslems, Schwulen, Atheisten und Andersdenkenden an den Kragen.

Auge um Auge. Zahn um Zahn. 

Neuer Freitagstextergewinner, kein Internet und Umzugs-Chaos

Wenn’s Dicke kommt, dann kommt’s Dicke. Dann sucht sich Murphy einen aus und wendet sein unbestechliches Gesetz an. Dieses Mal hat’s mich erwischt. Aber von vorn.

Letzten Montag habe ich den Hüpermensch zum nächsten Freitagstexter gekürt, aber der Mann mit dem überlegenem Ü ist nicht erreichbar, weshalb er nichts von seinem unbeschreiblichen Glück weiß. Entweder ist er in den Ferien oder er muss sich noch ne Tüte Bits kaufen, damit er wieder ins Netz kommt. Jedenfalls steht der Pokal bei mir im Regal und setzt Staub an. Und das ist ja mal gar nicht gut. Was soll denn der Tim von mir denken…

Also habe ich jetzt der Zweitplatzierten, nämlich Fjonka, geschrieben und sie gebeten, den Freitagstexter weiterzuführen. Drauf gebracht, weil von alleine habe ich’s nicht verrissen, hat mich der Kulturflaneur. Vielen Dank dafür. Es braucht halt immer einen, der die Fahne der Kultur nach oben hält.

Ob Fjonka das macht oder nicht, weiß ich noch nicht. Aber ich hoffe es sehr. Gerade eben schrieb mir Fjonka, dass sie das macht, was eine sehr gute Nachricht für mich ist, denn ab morgen entzieht sich das alles und noch viel mehr meinem Einfluss.

Weil, ich ziehe nämlich um und irgendwann morgen kommt der Mensch von meinem Internet- und Telefonanbieter und kappt mir die Leitung. Dann ist erstmal Sense mit surfen, denn ob der Kram dann im neuen Heim gleich wieder so funktioniert wie geplant, steht in den Sternen. Ihr wisst ja, was da alles passieren kann.

Wie gesagt, sitze ich auf gepackten Umzugskartons, finde nichts mehr, weiß aber jetzt (mal wieder) wie viel Zeugs ich habe, was ich nicht brauche.

Und weil ich jetzt ins Bett muss, wünsche ich Euch allen ein schöne Woche und mir, dass das alles ohne Bandscheibenvorfall über die Bühne geht. Wann genau ich wieder “on” sein werde, weiß ich nicht. Aber ich gebe mir Mühe, nicht allzu lange von der Außenwelt abgeschnitten zu sein.

Ihr dürft gerne an mich denken – während ich meine Bücherkisten schleppe…