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David Graeber: Schulden – Die ersten 5000 Jahre

Hätte ich erklären müssen, was die Aufgabe vom IWF ist, hätte ich Wikipedia zu Rate gezogen und nachgeplappert was da steht und gut klingt:

Der Internationale Währungsfonds (IWF, [...], auch bekannt als Weltwährungsfonds) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen und hat seinen Sitz in Washington, D.C., USA. Zu seinen Aufgaben gehören: Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik, Ausweitung des Welthandels, Stabilisierung von Wechselkursen, Kreditvergabe, Überwachung der Geldpolitik, Technische Hilfe.

David Graeber, Ethnologe, Anarchist, Amerikaner, führender Kopf der Occupy-Bewegung und Erfinder des Slogans “Wir sind die 99%!” formuliert das bedeutend prägnanter und vielsagender, im Klang allerdings nicht gut, sondern unterlegt mit der häßlichen Härte der Realität:

[...] und ich erklärte ihr, dass der Internationale Währungsfonds als der Schuldeneintreiber der Welt fungiert: »Man könnte sagen, er ist in der Hochfinanz das Äquivalent zu den Jungs, die kommen und einem die Beine brechen.«

Der Satz findet sich im neuen Buch David Graebers, “Schulden – Die ersten 5000 Jahre” und ist im Klett-Cotta Verlag erschienen.

Dieter Moor vom ARD-Kulturmagazin ttt sieht das Buch schon als das wichtigste Buch des Jahres und fragt nach, ob das der Anfang vom Ende des Kapitalismus ist. Frank Schirrmacher hält sich nicht zurück und spricht von Offenbarung, während Der Spiegel das Buch “schon jetzt als antikapitalistisches Standardwerk der neuen sozialen Bewegungen, die während der Weltwirtschaftskrise entstanden sind.” sieht.

Bei so viel Lob habe ich mir natürlich gleich die Leseprobe (PDF) heruntergeladen, sie wie nichts weggelesen und sofort das Buch gekauft.

Ihr solltet das auch tun.

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